103_/99



















MAMAS LIEBLING ___ 2022
16 x 23 cm







meine namen 9

›aus dem leben der mambas‹, lese ich (die bildunterschrift) – und muss pausieren / ja: ich muss lange pausieren, während du – nur – nichts sagst (also, mein tunichtgut: das ist keine pause, das ist eine lebensform!) / aha, aber!, sag du mir: hast du gelacht? (wegen der mambas?) lachst du jetzt? lache ich? – wegen der idee? wegen dem ›großen hallo!‹?, wegen dem lachen selber?, dem tun? wegen diesem zustand, alias dieser – sei ehrlich hier und heute und jetzt – recht kolossalen sehnsucht, die eine sehnsucht nach linderung ist, wie sie geschrieben steht in den alten texten, bei den ganzen urmüttern, und den urvätern, und den ersten der ersten, diesen absoluten beginnern, die die gnade kennen, niemanden beneiden, niemanden sich zum vorbild nehmen zu müssen –– meinst du die?, hast du die gemeint, bevor du gesagt hast: hallo!, auf wiedersehen!, ich muss weg, ich verschwinde jetzt, ich war gar nicht da; bevor du gesagt hast: schreib mich wieder raus aus dem protokoll, aus dem ablauf des tages, dem vergehen der zeit, lass mich weg!, lass mich einfach aus!: lass – mich – aus

/ –– aus antrainierter härte (aus verzweiflung) / wegen der fähigkeit, die situationen zu beenden (dem talent, die zeit abzuschneiden gleichsam – und andauernd, wenn es sein muss; und wegen meines – auch heute, auch jetzt, auch morgen von mir aus – entbehrlichen kommentars: ist das überirdisch!?, gibt es das? das gibt es doch nicht!, das kann es nicht geben!) / wegen der zweiten medaillenseite, wegen der erbarmungslosigkeit, mit der sie da ist und nie weggeht wie unser schatten: wegen der anderen seite, dem anderen tag – wegen der anderen zeit: vor unserer zeit, und nach unserer zeit (wegen allem asynchronen ›im allgemeinen‹), aus angst schließlich – / aus angst vor der ablösung / vor der tieferen bedeutung, die so meilentief ist, dass nichts aus ihr hervorgeht (und wir endlos fallen) – oder aber: so meilentief, dass der abgrund, den sie schlägt, uns ein riesengroßes heim ist, und ein heil – / achja wegen dem ortswechsel / wegen der veränderung / wegen der properen zehnkämpferin, die ich hätte sein wollen –––– und der äbtissin (die den strafenden gott spielt jeden tag, obwohl es ihr versagt ist auf allen ebenen, vor allem den höheren!), die ich bin : die ich bin –– / aus dem unglauben heraus (wegen der verpufften anstrengung: ich hätte durchlässiger sein wollen, ein kanal, ein windkanal vielleicht, eine handliche röhre auch, durch die fast alles hindurchgeht, die klein ist, winzig, eine miniatur – nur eine miniatur von mensch! –, die sich in die tasche stecken lässt jedenfalls: in die taschen der anderen –)

wegen der versäumnisse, wegen der verluste / wegen allem ungetanen, allem ausgelassenen, wegen der party, auf der ich nicht war –– / wegen dem licht / wegen der gefahr / wegen des neigungswinkels der pflanze, wegen der art, wie sie stirbt – und wegen mir, die ich ihr beim sterben zusehe, und wegen uns beiden, die wir nirgendwohin gehen dabei / ›aufgrund der tatsache dass‹: wegen der schmerzen, dem beschädigtsein (aus alter zeit, aus jeder zeit: in der früh und am nachhauseweg im bus, und in der ecke stehend und am see, und in der erwartung und in der enttäuschten erwartung: auf allen diesen stufen, diesen ebenen, die wir schätzen und die wir verachten, und die : nur milimeterweit entfernt sind – von dir)

wegen dem zufall (wegen dem wind) / wegen allem, das mich angreift, mich berührt – / wegen den ›tatsachen‹, wegen der sprache, ja wegen der auch – und wegen ihr ganz bestimmt nicht (und nicht wegen der anführungszeichen! und nicht, weil ich nicht ohne sie kann! und schon gar nicht, weil ich nicht ohne sie will!) / wegen der hehren ideale : wegen dem anspruch, alles ins verhältnis zu setzen – und wegen der ermüdung, die sich dabei einstellt und die mehr zu werden scheint wie ein schneeball, der durch die tage im kalender rollt und fetter wird und fetter / wegen der art, wie du es sagst / wegen dem vergehen der zeit (wegen allem, das ›an sich‹ ist) / und wegen dem schmerz

wegen der henkersmahlzeit: dem letzten tanz / wegen dem ende und deswegen, weil der film ein ende hat (jedesmal & ohne uns –– ja ohne uns auch) / wegen allen tränen und allem, das zu weinen gelernt hat auf dem planeten, in der milchstraße, und drüben, auf der anderen straßenseite, und in deinem film, und auf deinem blatt, und in deiner idee, deinem traum, deiner vertanen chance / wegen der nachbarin, die ich verfehle – jeden tag (und niemals kennenlerne außer durch die gesten der anderen, von denen ich glaube (und doch nicht nur vermute!), dass sie sich irgendwie auf sie beziehen, ja doch in einer relation stehen müssten zu ihr, weil wir doch alle den raum teilen und die sphäre und die luft --- und die, ja, generationen –) / und doch und doch und doch!: wegen der art, wie wir uns verfehlen, jeden tag / wegen dem verrat an uns, wegen dem meer, das sich zusammenziehen kann, und wieder ausdehnen, wegen der art, wie wir das nicht können, und wegen der, wie wir’s könnten / wegen der vorstellung, aus allem, das heilt (flüssig ist), wird alles, das schmerzt (fest ist) / wegen dir / wegen mir / wegen dem bild / wegen dem ‹steinernen meer› (das ich distanzieren muss von mir, nur als bild verwenden kann – wieso??)

wegen der sehnsucht: nach übereinstimmung / wegen dem wunsch, ein kauz zu sein – und ein liebling / zu sein wie steine, wie ein felsenkloster von mir aus – und wie gel, wie schwere creme, wie fette milch – und immer das eine, und immer das andere – und immer beides zugleich




meine namen 8

das porto / das postversagen / die milde vor dem freund (ich sehe deine fehler, sieh du die meinen, dann leben wir lang) / der absatz neben dem trottoir, die schmerzhafte pointe im discolicht : die welt als tatort (das muss aufhören!!, das kann nicht für immer so sein!) / die eckigen handtaschen aus holz, geleimte kleinode für uns: der wunsch in ihnen zu leben, zu reisen, von hand zu hand gereicht zu werden, zu wandern von der einen zur andern / der realitätsschock, die blende, das licht, der spot auf: mizzi blasée (aus der oberwelt) / und kirsten en marge (›sie hat auf der rasierklinge gelebt‹ – jaja, cara mia, das weiß ich schon!) / die kulisse für unser theater: blasse waren, in reihen (ein geschäftiges kommen-und-gehen in diesem hafen, alles wechselt den platz, das sinnlose treiben, aufgeführt mit menschlichem ernst) / der bezirk (ein gefühlsbezirk, der zugleich ein ortsbezirk ist, wie immer in diesem roman: mir tätowieren sie noch die landkarte auf den bauch!, nageln mich fest im kreuzverhör: sind Sie denn nicht hier geboren?, haben Sie denn nicht hier gelebt?, haben Sie das nicht alles zu verantworten?, die parkplätze, den brunnen, den park? sind Sie das nicht, auf dem foto?, wie sie unverschämt ohne hut auf der brücke stehn? ––– ja ich bin’s. ich war’s. neun-zehn-hundert-vier-und-dreißig.) / musik, ein szenenwechsel (erlösung durch form) / der kalauer am bassin: mach die augen zu, halt den finger in den wasserstrahl, stell dir vor, du siehst eine fata morgana, hast eine vision, hast das ende gesehen – vor dem anfang! (das müsste mir gefallen, eigentlich, sage ich mir, aber: darauf falle ich nicht rein, weiß ich, sage ich mir – und wasche mir die hände; mein gegenüber schilt mich: musst du alles verderben??) /

die ministerin, wie ich sie mir vorstelle (während ich hantiere in gedanken mit pfeil und bogen, zenmeisterin bin, wenn ihr wollt, die pfeile spitze, nackt bin bis auf ein leopardenhöschen, das ich zurechtrücke wie ein heikles, kostbares, sicherlich aufwendig geklautes ding. – fraglos: ich möchte gefilmt werden, seht mich an! –– ich ritze dies als wahrheit ins bogenholz), die ministerin also, wenn sie privat ist, wenn sie pastellfarbene pyjamas trägt in meiner vorstellung (jeden tag einen anderen), ruft: fesselt mich nicht!, nicht heute!, ich muss noch einkaufen, die steuer machen, zum friseur, in die schule! / die weggabelung aus dem märchenbuch: wohin sollen wir?, wie kommen wir raus aus dieser illustration? / nicht zu vergessen die verzweiflung wegen der nimmermüden autobahn vor der veranda: halt! aussteigen! ausziehen! auf die kühlerhaube legen! laaange posieren! luft anhalten! augen aufschlagen! kinn in die achsel! knie auf den kopf! –––– und alsdann: ein „gegrüßet seist du maria“ aufsagen & ABMARSCH, IHR KOJOTEN !

der überflieger, die schillernde gestalt (20 jahre älter als du): die fixe idee (> dich nehme ich noch mit nachhause, du bist die antwort, die mir heute die landschaft gibt, die geografie: du kommst doch von hinter dem hügel her, oder nicht? nein?!, du wohnst neben der bahn? neben dem disounter? – ach sag doch sowas nicht...) / das drehbuch, ich; ich im takt der bewegung: der hals im ausschnitt – ja da gehört er hin / die hand an der hüfte von X / die gedanken am eingang abgeben (pronto), oder: die gedanken an die türschnalle hängen u. auskühlen lassen (variante 2), nichts mehr sagen außer ›mhm‹ und: ›ja, ich glaube dir‹ – / lernen, dem 3-milimeter-schnitt den vorzug zu geben (und nicht der wilden mähne) / lernen, der spontanen idee zu folgen, und nicht dem 10-jahres-plan / die fragen dazwischenzuschalten ohne scham: wer bin ich übrigens im likörglas? ein goldfisch in dieser existenz? / lernen, den vorsatz der cousinen aufzusagen, ohne schmerzen: ruppiger werden! ruppiger werden! ruppiger werden! / dem rat der passantinnen folgen, die handleserinnen sind in den hinterhöfen, und ihn hegen wie die weisheit eines, naja, vaters vielleicht, der allerdings (klaro, das weiß doch jede!) ein hologramm ist, das flimmert, oder aber: mein tag ist, oder: jeder tag, oder das tageslicht, oder die tatsache, dass es hell wird, jeden tag (schwer zu sagen!) – und so jedenfalls die weisheit murmelt: nicht mit 41 sterben!, mit 41 nicht ! ––– / und endlich und schließlich und ein für alle male lernen die flirtidee umzusetzen in die praxis: hallo du ich bin neu hier sag mir wie schneidet man so einen moustache wie geht das denn w-i-e ??-?





103_/98



















peace out ___ 2021
nr. 3 von 4 / 14,8 x 10,5 cm






meine namen 7

der blitzableiter / die menschensucht / die ergänzung (aus einsamkeit) / der fortsatz (ein elfter zeh)

die anschauung / der halt / die dosis: karotin: melatonin: vitamin d / eine spritze, wenn geht / eine pille wegen der drei herzen in der brust

der krach

⊗ ⊗
⊗ ⊗ ⊗

auszug aus:
»mein manierismus«
haus- & heimstück in 5 aufzügen:

die rüschen krochen mir ins ohr / ich hielt mir beim zwiegespräch den spiegel vor / ich war ein kostgänger zur unzeit wieder einmal, / wusste wenig von scham, fitzeliger menschenmoral / ich kritisierte die menüabfolge (aus mir sprach dreistigkeit) / man nannte mich ›den herren‹, ›die qual‹, ›die unzumutbarkeit‹ / derart murmelten sie ihren unmut in ost & west im chor / verließen den reim, den guten ton, die etikette, den humor (kam mir, fand ich später heraus, nur so vor!) / »hast du denn ›die qual‹ heute schon gehört?, sie prescht erneut meckernd vor!« / »jaja!: sie klingt wie pissestrahl im müden greisenohr« / [...........] / was als solch lose verbindung zwischen meinen kritikerinnen bestand / war wie ein schlimm-fieser kaiser ohne jedes gewand, / war nichts als die hauchdünne gemeinsamkeit ebendieser gegnerschaft gegen mich: / ein mickriges ideal, nichtsdestrotz: ihm gemäß verhielten sie sich! / wer war’n sie nur?, wer wär’n sie ohne mich? / ein haufen fuzzis: eine jede mit ungebügeltem gesicht –––

⊗ ⊗ ⊗
⊗ ⊗

die pause

das heutige datum / die große bescherung / die fette salve statt eines sanften hallos / zwei erscheinungen sainte mutter theresas von kalkutta in einem home-movie / der tau –––

der pudel auf CBD / die senffabrik / der vervielfältiger am diaprojektor (maestro, legen sie los!) / der malarméeee (sein zweiter künstlername war ildefonso oje) / die schnitzkunst / der test / die klarheit / die gewissheit, was zählt:

die details / die details / die details !-!

der erzähler: »dies war der eintritt in das anstaltsideal« / die wahrheit: die verzweiflung rollte in fässern an: mir egal! / der irrsinn aus rauschenden bächen: pah + padauz / eine büste, ein quadratschädel, den ich hege, frisiere, epiliere (mein alter ego hinter glas = autsch) / die entgiftung wegen schmutziger gedanken unterm talar / ein warteraum aus zuckerwatte – voilà:

ich lege mich hinein / ich bin die watte irgendwann / ich werde rosa / ich werde rosé / ich bin pastellig / ich habe keinen hunger, keine termine, keine diagnose, keine schuld ––– / die watte wird ich / die watte redet / die watte weiß / die watte weiß, was ich nicht weiß / ich weiß nicht, was die watte weiß / wer weiß, was die watte weiß – an meiner statt? / wer? / WER?




103_/97



















SHADOWS OF MANDY ___ 2021
14,8 x 10,5 cm






103_/96



















chrissie la maine (will nicht zur
schule gehn) ___ 2021
nr. 1 von 4 / 14,8 x 10,5 cm






meine namen 6

der passat / die triebe / der take off: »ciao, nonna, ich muss INS OFFENE ––!«

die bar / das training / der dunstkreis / die ehrfurcht: vor modellen, vor vögeln, vor architektur / –– die konfrontation / der ordner / die puppe / die verhärtung – marina, sei klug: lass mich gehn, marina, sei klug: lass mich in der kneipp-anlage stehn

analyse (!) durch technik (!) / analyse durch €€€ / erkenntnis durch MAGISTRA X !

die bravheit / der haarausfall / die konkurrenz: im becken, im spiegel, unterm höschen, in der duschkabine, am revers / der eifer / die glückseligkeit / der selbstversuch / die disziplin / die diagnose: ›kaputt im hirn‹ / kaputt seit fronleichnam / kaputt mit spassssz

der anzugsstoff / die parodie / die wirkung (muffnsausn) / die begegnung (aus! – aus jetzt! – AUS!) / deine manieren / dein kinn / der begehbare kleiderschrank aus 1970 ff. / die saftbar / die zirkulation (»ich schlief mit ihnen: sie wollten mich bedienen«) / DER VERSCHLEISS

meine mama –




103_/95



















lamento ___ 2020
buntstift, filzstift, kreide, acryl
16 x 23 cm







meine namen 5

die wut / die kruste / dein mitleid (es soll dein schaden nicht sein) / ––– ein nackter schäfer im raum

der taler / der meister / die letzte begegnung auf bahnsteig elf / der schlag auf die kniescheibe, der dich einbrechen lässt / meine mama / »das ist heute nicht dein tag«

der sonne rand

der blinzelkönig / die einäugige (unter tarnkappen, übereinander geschichtet, ein balanceakt – aus gleichmut) / die eskapistin im ressort

die schwester / der habit / die nadel / mein glaube an zufälle / der rosenkrieg / die aussteuer / DER TAG

die kinder / die verschmähten menüs / der tanzlehrer / der heini / die hoheit, meine güte! / die recherche unter schwierigen bedingungen: es regnete !–!

die dörfler / der taxistand / der klassenfeind / mein ausschlagen einer frivolen einladung (komm doch mit zu mir!)

meine flugbahn, wenn ich aus dem zug fliege / das erdbeben / der repressive lauscher (passiv-aktiv-passiv-aktiv-schlimm) / die rohrpost aus dem 20. jahrhundert / das etikett mir im nacken / der hauptplatz, den die lasershow schmückt / die fontäne, der der rhythmus abgeht: die fontäne, die ich erfolglos dirigiere / ––– soll ich meine geschichte schreiben?, soll ich sie reimen? ––– / die büchsen, die dosen, die papiere: ihr mitbewohner, die ihr tickende zeitbomben seid / meine einbildung, mein unheimlichsein –––, mein ängstlein (lei lei allein) / der zebratraum / eine karaffe, die lärmt & mit niemanden spricht außer sich selbst (wie geht es dir?) / die menschen, beschäftigt als statisten (wir existieren wie statuen in gewächshäusern, woraus wir schließen: wir können uns alles erlauben [virginia woolf]) / die träger / die finanzen / meine faust / meine gesammelten gedichte – aus der pathetischen zeit / meine schriften – im abverkauf (1,99 oder euro null komma zwei) / meine verfehlung

rote grütze in vanillesoße / rote grütze mit gries

der heiler / der kitzler / der anarchist

meine mama --




meine namen 4

das porto / der hosenarzt / santa cristina, ma capitaine!

ein begleiter im lackschuh / der clou / die auftrittsmusik / der lange latz am hals von X / die patin / »hedy, kannst du mich hören?, can you hear me, hedy, can you hear me, my dear?«

der fluch des marketings / das loch in der frisur / die quaste / der kajalstift in der achsel (und das herz im ausschnitt von marcello, der uns zu trip hop massiert – oo !)

die exitphantasie – wegen komplizierter gefühle / die exitphantasie – wegen schweißfleck im schritt / die palette / der hort / der finger im kleister / DAS LEBEN / der stör als ideal / dein rüssel im haar / der zeiger / der fuß / die faust / liselotte aus der platte: ihr bild häng ich mir hoch!

langes schmusen im see / langes schmusen auf droge / kikys sehnsucht nach ausgängen: immer dann, wenn der kalte schauer kommt / red ned bled sondan geh ins bett / meine mama

sexuelles erweckungserlebnis, datierend aus der zukunft / tony / petra / sissy / karli / charles / die eingebung / die zukunft / das quadrat / der wisch vom nervenarzt / die nummer / der po / PIACERE! / ch-ch-ch-chantal!

die alten hunde / die unrasierten meister / ein frivoler mönch: wir haben schmerzen, wir rechnen noch in schilling, wir singen im chor & verneinen den staat!

der hundsgemeine haushälter / la dolce vita / deckname »nackenschmeichlA« / deckname: »das ist nur eine übung« / vier viertel rot / vier vierteil weiß / vier viertel warm / vier viertel heiß --- / scusi!, ich brauche einen auspendler, einen rutengeher, einen mann! / lottis drama – und ihr pausenbrot / der handel / die idee / die erwartung / die küsserköniginnen aus der schottergrube, die küsserköniginnen vom deich – das war der lohn der arbeit, ab jetzt wird alles leicht / das gesetz / die fiese glut / die fiese glut, die mich schmerzen tut!

sylvia, die powerrangerin / gunnar, sensibelchen seit 2010 / wanda, die mamba ––

der schwermütige zeuge aus essig–––dich bilde ich mir doch nur ein!–––die zwei drei pickel im ohr von KONSTANZE–––wir werden nie zuhause sein!

die haut / die polizei / das management / MIMI – FRAU OHNE ZWERCHFELL / MIMI – FRAU OHNE PARDON / der satz »ich räume das feld« / & die schwache ausrede im angesicht von zombies: wir waren gar nie da! // der irrtum / die schmeichler / der spiegel / die rechnung / die ––
/ geht /
nie /
auf




103_/94



















insegnami molto! ___ 2020
nr. 4 von 11 / 9,5 x 9,5 cm






103_/93



















MAMA HOSE HALLO [WISSEN WIESO] ___ 2021
buntstift, filzstift, kreiden auf kuvert
16 x 23 cm






103_/92



















MAMA, ICH WAR'S NICHT 2 ___ 2021
21 x 29,7 cm







meine namen 3

die häme / dein hans / der hottie

die treue / verschämte anlagen / ein berufspatient / ,de facto’ die innere unruhe (... der tankwärterinnen) / die neue wende / das bouquet / ›verehrte anwesende, zu ihnen spricht: donny don, der tauchlehrer‹ / ein mensch im singular / ein mensch am regal / das geschäft mit nierenförmigen pools / und das geschäft mit spitzen gegenständen (die einmal weniger spitz waren) / die frage: was-haben-wir-in-20-langen-jahren-gelernt? / der wunsch, die pointe möge sitzen (damit der abend ein ende hat) / die sehnsucht, überall blond zu sein / das zweite mal selbsterregung (wieder unter aufsicht) / das mittelmaß, das unkommentiert ,stehenbleibt’ / eure verhaaadschte anziehung / das magnetische band / die anspielung / die eine anspielung zu viel (nach der man umkehren muss) / frivole anrede / buttertoast / der klapps / die unvernunft / die unvernunft am längeren ast / der welthandel / die einsicht / ein stoßdämpfer für unsere blödheit / ein strauß mischgeschicke, wenn er auf uns zurückfällt / die sie-erreichen-mich-unter-der-nummer-nummer / die umrundung des meeres (als hobby, als schicksal, als projekt) / die verzweiflung des predigers / die nonne im toten winkel / der albino-pfau / die versagensangst (wegen schlechter kindheit) / das loch im hut / die haltestelle meiner ... recht profanen sexträume / das falsche bewusstsein / die ausschweifungen, wenn sie vollzählig sind / eine gedenktafel für angela von foligno! / eine hirtin aus stein / ein heim unseren gedanken! / und ein loblied auf den nächsten (noch heilen) tag --




103_/91













TONY ___ 2021
10 x 10 cm







103_/90



















GESCHICHTE DER SCHÜCHTERNHEIT ___ 2021
16 x 23 cm







103_/89



















GROSSES KIND ALS SMILEY FACE ___ 2020
nr. 7 aus ›aliens‹ / 18 x 25,5 cm







103_/88



















my house my rules ___ 2021
16 x 23 cm







103_/87



















der scheue liebling ___ 2020
16 x 23 cm







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nonnen [NONNEN DER KUNST] ___ 2020
16 x 23 cm







meine namen 2

schwankende bedeutung / die härte / die seherin / auflösung durch technik / meine-große-liebe-auf-sardinien / frisur / schamhafter umgang / mama / sainte barbará / die asketin / jemand, der gerade von der oberfläche abgeht / ein blumenmärchen / logischer schluss / logischer irrtum / heißer herbst / finanzspritze durch ahnungslosigkeit / der mittler / keine angehörige der fraktion X / freies atom / feingefühl, wenn nötig / die simulatorin / neurotikerin / die telegene / auflösung durch zufall / ich: dir-auf-den-fersen / die ausweichlerin / die jugendsünde / innere erhitzung wegen heißem stein im körper / sie – ohne jeden geniieraa / sie – ohne zulässigen grund / die vertreterin / die vertreterin der bäume / SOLO / esther / meta / kathinka, die königin der bienen / francesca, freiherrin ohne heim / die zweite haut / high wie ei / die heilige lucia (sie rissen ihr die augen aus) / die unvernunft / ein hals, der leuchtet / charisma durch verweigerung / das opulente layout / antidote / der spender / die legende / eine himmelsbotin von beruf / das geile auge / no news / nothing new




103_/85



















GROSSES KIND WILL NICHT
ALLEINE SEIN ___ 2020
nr. 2 aus ›aliens‹ / 18 x 25,5 cm







meine namen

prärie / graubereich / die neue linke / hündin / räumer / der heiler / fehlleistung als mensch / obermeier! / kitzler / der lebende vorwurf / rastafahnda / spezialistin / mitesser / kim / der hammer / la miau / die wetterwendische aus der au / konny mit k / die haltestelle der nächsten generation / erwerbsbiograf / vernunftkritikerin / nabel / bezirkszüchter, ortszüchter, dorfzüchter / langer wurm / kastentür / der kartäuser / ein mensch-als-ideal / viele türen in speziellen ausführungen / die tür-zum-glück / verwender / der neue verwender / verwender aus der provinz / herz-in-der-hose / laufende korrekturen / angsthase von geburt / der tritt in die XXXXXX / dein ei im XXXXX (arsch) / fatal attraction / karli / lucia luuu, la dangereuse / maestra / donna karina / fehla! / carmen elektra / trudi / die phalanx / der mittelbau / torsten / hertha mit h / willburga aus der not / der liebesbeweis einer königin / heidi, die I. (€€€) / vanessa, deine ex / die verantwortung / der kümmler / das insekt / zur situation der modernen kunst / penny / fassbinder / ich, raus-aus-dem-bild / die fährte / wunschhose / sie-liebäugelte-mit-dem-totalen-ausstieg / die buchhaltung / lenny / bezahlt-mich-oder-gebt-mich-frei!! / santa maria / der erbteil / die lüge / die eine-partei-ist-keine-partei / kurzer wurm / geldministerin / gartenministerin / palastministerin / ministerin aus leidenschaft / keine kohle / keine angst / der hirte / assistent axel in not / der schuldschein / praktikantin, pennyless (sie formten & sie fehlten sie) / karen mcLaren / der-asphalt-auf-dem-du-gehst / deckname my-horse-my-rules / tiny tom / tasty tom / meine mama! / laszive gedanken in der mittagspause / kirsch royal (kr) / die-lust-der-frauen / last exit / das alte paradigma





103_/84



















»brustbüste 2 [wutbüste]« in arbeit (detail)






103_/83



















sie senden von oben nach unten! ___ 2020






103_/82



















kabuffmuff ___ 2021
16 x 23 cm







103_/81



















ragazzi di vita ___ 2020
nr. 8 von 11 / 9,5 x 9,5 cm






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seduttori / verführer 1 & 2 ___ 2020
16 x 23 cm







privatesse

sie kommt, einpackt in weiße wolle, in beige wolle, in streifen, in zettel, in stoff, in gespräche aus lange schon verlorengegangenen dateien, nachgesprochen aus dem gedächtnis: dieses reden ist ein fingerflattern, ist ein tanz für zutrauliche gelenke, eine bewegung gebaut aus anderen gemütern, aus gestimmtheit, tagesverfassung, typenlehre : dieses reden ist – ohne paradox, ohne tiefsinn, ohne getue – die art, wie sie geht.
(verdoppelung und ambivalenz sind, was ich will. – ich sehe, wie mein wollen wirkt: reden & gehen sind dasselbe und sind doppelt zugleich.)

ja: ich bemerke an mir diese kleine fixierung, diese große aufmerksamkeit für die art, wie sie geht. ich wiederhole das. ich schreibe es auf, in verwackelter schrift, mit einer hand, die als agentin wirkt in ost und west. sie lächelt. – sie hält mir ein glas hin, eine schale, einen serviettenring, überbringt mir eine ganze reihe von gegenständen, aneinandergereiht wie im spiel: ich packe meinen koffer ich _____

unser zeitfenster, diese zeitkapsel, in der alles geschieht, was uns betrifft – in der wir sind, sagt sie –, ist ein raum als zeit, ist ein schoß aus tierfell, ein kleines loch im rasen, in das wir treten: wo eine einkerbung ist, ein offenes gefäß, ein hohlraum, dort fallen wir flockenleicht hinein, legen uns in die holzspäne, in die papierspäne wie weinflaschen in kartonschachteln:

ich gebe dir etwas von mir
du gibst mir etwas von dir
ich tätowiere eine seite aus dem vogelbestimmungsbuch auf deine innenseiten
du drehst die kindermusik laut auf
ich bemerke, dass der erklärungstext aus der zeitung nicht wirkt
dass die erklärungen aus den heften, den broschüren, den papierenen kolossen nur wie confetti herumschweben, gedreht und bewegt von heizungsluft
dass die erziehungsmaßnahmen komplett ins leere gehen
dass sie filzbündel sind und in der luft fliegend zurasen auf einen tunnel, der ein gelbes loch ist, eine schneise durch einen profanen berg, der uns nichts bedeutet –– (nein: nicht ich bemerke das, sondern du erzählst es mir, als witz –– und als bild, das ich versuche zu sehen)





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höllenhund, hirtenhund: keine/r kennt
den unterschied ___ 2020
nr. 7 von 11 / 9,5 x 9,5 cm





schmonzette

ja, sie heißt »geronimo« und spricht fünf sprachen,
ja, sie schneidet den nachbarskindern die haare auf 3 milimeter mit der speckigen maschine, ja, sie ist ein geist und ein ungeist, lebt im hinterzimmer mit vergilbten fußballaufklebern aus den 70ern und pornographie von wer-weiß-wann,
ja, sie kann die beine eindrehen wie fusilli: ja, sie lebt & webt.

ja, sie verteilt votivbilder und orangenkese, kirschschnaps und strumpfhosen, krault den katern die hälse zu einer stimmungsmusik, die den omas zu herzen geht,
sagt auf die frage, wer sie ist oder einmal war: priesterin ––
heilerin ––
trösterin ––
das gewissen der welt.


sagt: ich war ein star im nahen osten,
auf den inseln nur eine bildunterschrift.
ich war ein gesicht im internet
wo ich lebte in sankt pölten oder in den haag oder in sofia --- es hatte keinen zweck!: man fand mich nicht ---, denn ich war ein nebel, eine temperatur ––
ich war eine schürze ohne schleife ohne -----

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       + 

sie nimmt dir das blut ab, streicht über deinen flaum.
du flatterst, erliegst der art, wie sie filme nacherzählt, wie sie den abspann vom handy-display abliest (tutto!),
wie sie geht:

du wirst weich ––
–– und ihr liebt euch wie pflanzen,
die sich gemeinsam krümmen in eine richtung





103_/78























die rache der novizinnen ___ 2020
16 x 23 cm






103_/77



















mama, ich bin ein killA! ___ 2020
nr. 11 von 11 / 9,5 x 9,5 cm





103_/76















chitchat ___ 2020





103_/75



















klassisches beispiel ___ 2020
nr. 1 von 11 / 9,5 x 9,5 cm





103_/74



















seelentrösterin von beruf ___ 2020
16 x 23 cm





samstag, 21. november 2020, 18:10

aus den »lehren des gläsernen hauses«, erster band, 1997




nikita, das mutterschiff

als ich dich treffe, bist du schon tot.
bevor ich dich treffe, machst du klapprige fotos für die zeitung, rufst zurück, schreibst e-mails (etepetete-stil), bist pünktlich, schipperst seriös im ozean, trägst enge oberteile mit fransen (nie aus badeanzugstoff, du magst das synthetische nicht), du magst stattdessen enge leinenhosen, keine turnschuhe (nie gemocht; du trägst aber sowieso fast nur socken, wegen der zierfische, die zehenkitzler sind, was jeder weiß). du bist elegant, fröhlich, beweglich, ein ganzes-in-teilen wie ein wespennest. du bist kein kind mehr. du lügst, dass sich die balken biegen (paranoider stil), du kennst die tsushimastraße in und auswendig und den berg aus »fitzcarraldo« (du überwindest ihn im traum, keuchend, quietschend – so lange, bis du aufwachst mit dieser einen gewissheit: affen über mir!, affen unter mir!, affen in mir! – und aus dem dschungel schwimmst mit tempo 200: so ein faux pas!).
du bist als boot ein lebendes bild von freiheit (naja wärst du: wenn du nicht so beschränkt wärst).



meisterschaft durch beschränkung

du bist ein kleines beerchen, du hast kein großes ehrchen / du lebst in sehnsuchtsschleifen, verhinderst so das reifen //
NIEMALS NIE AUSREIFEN – NIE!, sagst du dir
und mixt ein nächstes whiskey-cola dir ––



kirmes mit crystal

ich leide unter dir! – sage ich und stöhne auf: du bist als fließendes wasser eine existenz jenseits der norm!, benimm dich doch zur abwechslung einmal hart und kantig – wie ein leutnant in uniform um 1900 oder wie eine nonnen-anwärterin zumindest (wie nennt man sie? novizinnen?). ich sage dir: du hast nie in die form gefunden, ich wiederhole das: du hast nie in die form gefunden!, deine elende stromlinienform: ich bitte dich! du strömst doch niemals den grand canyon weich, niemals höhlst du den stein, niemals: nein.

wir gingen – trotz meiner unverbesserlichen kritik – aus, ließen es auf einem dorffest krachen, indem wir alle hüllen fallen ließen (erster streich) – und uns anschließend, wieder angezogen, das zuzwinkern des autodrom-schraubers zuzogen (es war wenig halten ab da). – ich legte, ganz im sinne eines gemeinsamen anfangs, los mit der gesummten version einer wagner-ouvertüre, und flammte schließlich in extremspannung auf: wer war ich als exzess? (doktor ratlos) – ich ließ die fäuste sprechen und die füße, mehrere hiebe und die stimmungen zwischen den paar zeilen (das war so ein einverständnis-kick zwischendurch, der nur geht, wenn man sich gut & lange kennt). der autodrom-schrauber verstand hingegen als fremder sowieso auch jede andeutung aus dem ff (naturtalent) und legte uns die finger zwischen die beine, worauf du (wie oma) noch entzückt ihm ein »daumen-hoch« vor den latz legtest (sanft), während er schon wieder behände zum reißverschluss seines overalls griff: er musste weg. oh heillose verquickung von umständen, pfiff ich: er hatte keine zeit für uns. er musste schrauben. es war sein beruf. – eine schiarche stimme schrie ihm nach. – das ganze war kein erfolg.

wir ließen, angesengt und traurig – herumdösend wie zu lange in der plastikbälle-landschaft gelegen –, die handys spielen und du sandtest, gespielt gekonnt, deiner dealerin ein paar chiffrierte zeilen, die da wirkten, weil sie ankam in plus-minus 15 minuten, auf ihrer vespa, aufgedonnert wie die fernseh-femme fatale ohne jede einschränkung (außer der der abgeranzten vespa). ihre preise waren – erbarmt euch, rief ich in richtung globaler märkte – genauso extrovertiert wie sie: ich kritisierte ihre preisgestaltung, worauf sie mir viele finger zeigte und wir uns, im sinne der mitmenschlichkeit, rasch einig wurden. padauz!: wir hatten »die lösung«.

der rest des abends verlief ruhig und von uns cool geschauspielert in vollem wissen um die paranoia, die sich am nächsten morgen einstellen würde: die sich am nächsten morgen einstellte:

du – im flüssigen zustand: wurdest hart.
ich – im harten zustand: wurde weich.




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angriff der edelmulis ___ 2020
16 x 23 cm