/ schilf

  
es gibt kinder
die ganze ärzte spielen heutzutage
und eine präsidentin
die einsam und alleingelassen tagt

es gibt einen juristen, einen politischen menschen
der sich verpflichtet hat qua eid und ideal
dem wesentlichen das angenehme auszutreiben
damit die kurve stimmt

es gibt ein häufchen alu
das vorher silber war (oder bronze vielleicht)
und jetzt verwertet ist, entwertet
und es gibt angebote, pakete, kombinationen
dazu eine gut gehütete ausnahme im singular
die dargestellt wird von einem flamingo in freiheit
und es gibt das laszivste bad in rotweinschaum, das es –
– je gab


es gibt ein klammern
in dieser beziehung
und eine scham
die uns verbindet
es gibt unser wohnviertel, kurz vor dem aussterben
wo die königin der wissenschaften wohnt, ökonomie
wo sie eingezogen ist mit scheck und pack
sich eingerichtet hat in rechtmäßigkeit, in der bibliothek
die zurückgelassen ward vom vormieter
der jetzt alt ist oder tot
und es gibt ein forschen in einer vergangenheit
die allein den büchern gehört
und dazu die zärtliche annahme der neuen besitzerin:
dass die bücher vermögen zu verbergen zu schützen zu hegen: 
einen eigenen sinn


es gibt ein toben
wenn du mir das cremeverschmierte händchen verwehrst
und ein triumphieren
wenn der kürbisklecks sich verkrochen hat in zwei mundwinkeln zwei sensationen
und es gehen ganz sicher die glocken, die klingeltöne los
wenn du vergisst den träger zurück auf die schulter zu schieben und stattdessen so völlig asynchron vegetierst

dabei geht es schon längst so zu dass: 
ich seitenweise abschreibe für dich, male, die blätter verfehle, 
stunden nachschlafen muss hinterher (aus erschöpfung erregung aus euphorie)
und wenn du kommst
fällt mein plan (weit) auseinander
und ich interviewe dich stattdessen, plan b, aus dem stegreif
zu deiner list und deiner igelsruh’
und schon scheppern deine schlüssel im mantelsack
worauf du sagst aus kühnheit kindheit kokett’rie:

mir sind die umstände wolf  
und die verhältnisse schilf
ich bin gar nicht da
ich bin das wüüütende kind